Browserspiele – Leidenschaft oder Sucht?

Nicht wenige Browserspiele sind so konzipiert dass spielerische Erfolge insbesondere dann erzielt werden können, wenn der Spieler möglichst große Zeitpotentiale für sein Spiel investiert. Nicht nur das strategische Geschick ist bei solchen Spielen gefragt, sondern auch die Bereitschaft, einen beachtlichen Teil der Freizeit in der einen oder anderen Spielewelt zu verbringen. Es gibt Internetspiele, bei denen die Gefahr besteht, in der Rangliste herabgestuft zu werden, wenn das Spiel einmal für ein paar Tage nicht gestartet werden kann, wenn Raumschiffe nicht rechtzeitig gesichert werden oder die Spielfigur für die Herausforderungen anderer Spieler nicht mehr gerüstet ist. Viele Browserspiele sehen hierfür den Urlaubsmodus vor, eine Option der temporären Verabschiedung aus dem Spiel, eine Zeit in der der Spieler nicht herausgefordert werden kann und auch sonst keine Nachteile aus seiner Spielpause zieht. Doch nicht grundlos wird die Leidenschaft der Online-Spiele in den Massenmedien zunehmend im Kontext suchtartigen Verhaltens thematisiert. Die Möglichkeiten, sich in einer virtuellen Welt mit anderen Spielern zu messen und über die Topliste die persönlichen Erfolge zu vergleichen, stellen eine Analogie zur sozialen und gesellschaftlichen Hirarchie unserer Gesellschaft dar und wer in einem Spiel auf der Leiter des Erfolgs herabsteigt, dem mögen nicht weniger Selbstzweifel überkommen, wie manch einem Berufstätigen nach einem beruflichen Misserfolg. Dabei sind Browserspiele oft recht einfach gestrickt: Mit einer nur rudimentären Darstellung präsentieren sich solche Spiele in Rahmen des html-Designes und nur serverseitig läuft ein komplexeres Programm, das die Spielhandlungen der einzelnen Spieler zueinander in den Kontext bringt. Der Erfolg der Browserspiele jedoch zeigt, dass es nicht immer notwendigerweise die professionelle Präsentation ist, die einen Spieler begeistert.

Geschrieben von Andreas Mettler (findur)

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