Der Strukturwandel im Ridnauntal

Das Ridnauntal, gelegen im italienischen Südtirol hat eine schlechte Wirtschaftliche Ausgangsposition. Die Erzvorkommen sind erschöpft, nennenswerte Industrie hat sich nie angesiedelt und wenige Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor sind verfügbar. Dies ist nichts Neues. Alle entlegenen Täler der Alpen sind geplagt von wirtschaftlichen Nachteilen. Das Ridnauntal macht hier keine Ausnahme. Einst für mehr als neunhundert Jahre das Zentrum des Bergbaus in der Region, kam mit dem Ende des 20. Jahrhunderts das Ende für die Bergleute im höchsten Bergwerk Europas. Neben dem Bergbau, gab es unter anderem kaum Aktivitäten in anderen Wirtschaftssektoren. Der Schienentransport war für den Abtransport der Erze gut ausgebaut, daneben gab es nur wenig Landwirtschaft. Das Ridnauntal wandte sich also dem Tourismus zu. Heute sind die Ortschaften des Tals von Hotels und zugehörigen Gebäuden durchzogen. Kilometerlange Wanderwege und Skipisten sollen die einzige Ressource ausnutzen, die das Tal noch zu bieten hat: Seine unberührte Landschaft.

Das Bergwerk selbst dient nun als Museum mit künstlich konstruiertem Bergewerksstollen als die Hauptattraktion des Tals, auch wenn der größte Teil des Erzabbaus am Schneeberg von der anderen Seite aus erfolgte und im Ridnauntal hauptsächlich die Unterkünfte für die Knappen, sowie einige Aufbereitungsanlagen befanden. Die Lage des Tals macht es schwer anders Geld zu verdienen. Da nur nach Osten ein Zugang zum Eisacktal besteht, ist eine Nutzung als Korridor für den Nord-Süd Verkehr nicht möglich und eine wirtschaftliche Integration die Nachbargebiete schwierig. Die überwiegend deutschsprachige Bevölkerung kann – auch dank des Euros – auf die Reisenden aus Deutschland hoffen, während die Dreisprachigkeit des Gebietes auch die Italiener anzulocken vermag.

Geschrieben von Tenzile Akyol (Tenzile) Der Beitrag hat keine Tags.

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